Supreme Person - 15 - 01

Der Shloka

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श्रीभगवानुवाच ।

ऊर्ध्वमूलमधःशाखमश्वत्थं प्राहुरव्ययम् ।

छन्दांसि यस्य पर्णानि यस्तं वेद स वेदवित् ॥

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Schriibhagawaan-uwaatscha.

Uurdhwamuulam-adhahschaacham-aschwattham-praahur-awjajam.

Tschandaansi jasja parnaani jastam weda sa wedawit.

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Bedeutung / Zusammenfassung

Dieser Vers ist von immenser Bedeutung, da er eine der tiefgründigsten allegorischen Beschreibungen der materiellen Existenz in den vedischen Schriften bietet. Er lehrt, dass die materielle Welt nicht unsere wahre Heimat ist, sondern eine vorübergehende Manifestation, die ihren Ursprung im Spirituellen hat. Das Verständnis, dass die materielle Welt wie dieser Baum ist - verwurzelt im Spirituellen, aber expandierend in die materiellen Ebenen und genährt durch vedische Rituale, die die materielle Bindung aufrechterhalten - ist der erste Schritt zur Befreiung. Es ermutigt den Suchenden, über die äußeren Rituale und die oberflächlichen Bedeutungen der Veden hinauszugehen und das ultimative Ziel zu erkennen: die Loslösung von der materiellen Welt und die Rückkehr zur spirituellen Quelle. Wer dies erkennt, hat das wahre vedische Wissen erlangt.

Der Höchste Herr sprach: Es wird gesagt, dass es einen ewigen Banyanbaum gibt, dessen Wurzeln oben und dessen Äste unten sind. Seine Blätter sind die vedischen Hymnen; wer diesen Baum kennt, ist ein Kenner der Veden.

Shri Krishna beschreibt die materielle Welt als einen umgedrehten, ewigen Banyanbaum mit Wurzeln oben und Ästen unten. Die vedischen Hymnen sind seine Blätter. Wer diesen Baum und seine wahre Natur versteht, gilt als wahrer Kenner der Veden.

Dieser Vers ist der Beginn des fünfzehnten Kapitels der Bhagavad Gita, bekannt als „Purushottama Yoga” oder der „Yoga der Höchsten Person”. Hier verwendet Shri Krishna, der Höchste Herr, die Metapher eines umgedrehten Banyanbaumes, um die materielle Welt zu beschreiben. Dieser Baum wird als ewig (avyayam) bezeichnet, weil die materielle Existenz zyklisch ist und sich immer wieder wiederholt, solange man an sie gebunden ist. Die Wurzeln dieses Baumes sind oben, was das Brahma-Jyoti oder die spirituelle Welt symbolisiert, aus der alles Materielle entspringt. Die Äste sind unten und repräsentieren die verschiedenen Lebensformen, Planetensysteme und materiellen Manifestationen in der materiellen Schöpfung, die sich nach unten ausbreiten und entfalten. Die vedischen Hymnen (Chandas) werden als die Blätter dieses Baumes beschrieben, die zur Erhaltung des Baumes dienen, indem sie die Rituale und Zeremonien beschreiben, die die materielle Existenz aufrechterhalten und die Lebewesen in den materiellen Zyklen halten. Wer die wahre Natur dieses Baumes versteht - dass er eine temporäre, sich ständig verändernde Projektion ist, die auf die materielle Welt hinweist, und dass seine Wurzeln eigentlich im spirituellen Ursprung liegen - wird als ein Kenner der Veden (Vedavit) bezeichnet, da das wahre Wissen der Veden darin besteht, sich von der materiellen Anhaftung zu lösen und die spirituelle Realität zu erkennen, die jenseits dieses vergänglichen Baumes liegt.

Satz - 1

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श्रीभगवानुवाच ।

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Bedeutung

Der Höchste Herr sprach.

Meaning of Words

श्रीभगवान्

Schriibhagawaan

Der Höchste Herr

“Śrī” bedeutet Fülle, Schönheit, Reichtum, Glück und Majestät. “Bhagavān” leitet sich von “Bhaga” ab, was Reichtum, Macht, Ruhm, Schönheit, Wissen und Entsagung bedeutet. Zusammengenommen bezeichnet “Śrībhagavān” den Höchsten Herrn, der alle diese sechs Füllen in unbegrenztem Maße besitzt. Im Kontext der Bhagavad Gita bezieht sich dies auf Krishna, der als die Höchste Persönlichkeit Gottes angesehen wird und derjenige ist, der hier spricht.

उवाच

uwaatscha

Dies ist eine Verbform, die “sprach” oder “sagte” bedeutet. Es kennzeichnet den Beginn einer direkten Rede des Höchsten Herrn.

Satz - 2

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ऊर्ध्वमूलमधःशाखमश्वत्थं प्राहुरव्ययम् ।

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Bedeutung

Es wird gesagt, dass es einen ewigen Banyanbaum gibt, dessen Wurzeln oben und dessen Äste unten sind.

Meaning of Words

ऊर्ध्वमूलम्

Uurdhwamuulam

mit Wurzeln oben; dessen Wurzeln oben sind

Dieses Wort setzt sich zusammen aus “ūrdhva” (oben, nach oben) und “mūlam” (Wurzel). Es beschreibt metaphorisch einen Baum, dessen Wurzeln, im Gegensatz zu normalen Bäumen, nach oben gerichtet sind oder sich oben befinden. Dies symbolisiert, dass der Ursprung der materiellen Welt nicht in der materiellen Sphäre selbst liegt, sondern in einem höheren, spirituellen Bereich.

अधःशाखम्

Adhahschaacham

mit Ästen unten; dessen Äste unten sind

Dieses Wort ist eine Zusammensetzung aus “adhaḥ” (unten, nach unten) und “śākham” (Ast, Zweig). Es beschreibt, dass die Äste dieses metaphorischen Baumes sich nach unten ausbreiten oder wachsen. Dies steht für die Ausbreitung der materiellen Welt in ihre vielfältigen Erscheinungsformen, Planetensysteme und die verschiedenen Lebensformen hier auf der Erde und in anderen materiellen Welten.

अश्वत्थम्

Aschwattham

den Banyanbaum; den heiligen Feigenbaum

Der “Aśvattha”-Baum (Ficus religiosa), auch als Peepal-Baum oder Bodhi-Baum bekannt, ist in Indien sehr verehrt und gilt als heilig. Hier wird er als zentrale Metapher für die gesamte materielle Existenz verwendet. Er ist bekannt für seine Langlebigkeit und seine Luftwurzeln, die sich nach unten ausbreiten und oft neue Stämme bilden können, was die zyklische, sich ständig ausbreitende und scheinbar endlose Natur der materiellen Welt gut darstellt. Im Vers wird er jedoch als “umgedreht” beschrieben, um seine allegorische Bedeutung hervorzuheben, dass seine Wurzeln nicht in der materiellen Welt selbst liegen, sondern in einem höheren, transzendenten Prinzip.

प्राहुः

Praahuh

sie sagen; man sagt; es wird gesagt

Dies ist eine Verbform, die “sie sagen”, “man sagt” oder “es wird gesagt” bedeutet. Es leitet eine allgemeine oder traditionelle Aussage ein.

अव्ययम्

Awjajam

den Unvergänglichen; den Ewigen; den Unwandelbaren

Dieses Wort setzt sich zusammen aus “a” (nicht) und “vyaya” (Verfall, Zerstörung, Wandel). “Avyayam” bedeutet demnach unvergänglich, ewig oder unwandelbar. In diesem Kontext bezieht es sich auf die scheinbar endlose und zyklische Natur der materiellen Existenz. Für die an diese Welt gebundene Seele erscheint diese materielle Existenz als ewig, da sie sich immer wieder in neuen Zyklen von Geburt, Tod und Wiedergeburt manifestiert, solange die Anhaftung besteht.

Satz - 3

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छन्दांसि यस्य पर्णानि यस्तं वेद स वेदवित् ॥

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Bedeutung

Seine Blätter sind die vedischen Hymnen; wer diesen kennt, ist ein Kenner der Veden.

Meaning of Words

छन्दांसि

Tschandaansi

die vedischen Hymnen; die Metren

Dies bezieht sich auf die poetischen Metren der Veden und im weiteren Sinne auf die Veden selbst. Die Veden, hier als Blätter des Baumes dargestellt, nähren und erhalten den Baum der materiellen Existenz. Sie beschreiben karmische Rituale und Anweisungen für materiellen Genuss, wodurch die Lebewesen in den materiellen Zyklen gebunden bleiben und der Baum der materiellen Welt weiter wächst.

यस्य

Jasja

dessen; von welchem

Dies ist das Relativpronomen im Genitiv Singular und bedeutet “dessen” oder “von welchem”, hier bezogen auf den zuvor beschriebenen Aśvattha-Baum.

पर्णानि

Parnani

die Blätter

Dies ist der Plural von “parṇa” und bedeutet “Blatt”. Blätter sind für die Ernährung und das Wachstum eines Baumes unerlässlich. Hier symbolisieren sie die vedischen Schriften, die die materielle Welt am Leben erhalten, indem sie Wege zur materiellen Erfüllung aufzeigen, welche die Anhaftung an den Baum der materiellen Existenz verstärken können.

यः

Jah

Dies ist das Relativpronomen im Nominativ Singular und bedeutet “wer”.

तम्

Tam

diesen (Baum)

Dies ist das Demonstrativpronomen im Akkusativ Singular und bedeutet “diesen” oder “ihn”. Hier bezieht es sich auf den metaphorischen Aśvattha-Baum der materiellen Welt.

वेद

Weda

Dies ist eine Verbform, die “er kennt” oder “man kennt” bedeutet. Es bezieht sich auf das tiefe Verständnis der Natur des symbolischen Baumes.

सः

Sah

Dies ist das Demonstrativpronomen im Nominativ Singular und bedeutet “er”.

वेदवित्

Wedawit

ein Kenner der Veden; ein Wissender der Veden

Dieses Wort setzt sich zusammen aus “veda” (Wissen, die Veden) und “vit” (Kenner, Wissender). Ein “Vedavit” ist jemand, der die Veden kennt. In diesem Kontext bedeutet es jedoch mehr als nur die Kenntnis der vedischen Texte oder das Ausführen ihrer Rituale. Es bedeutet das tiefere Verständnis der allegorischen Natur der materiellen Welt, wie sie durch den umgedrehten Baum symbolisiert wird, und das Erkennen des Weges zur Befreiung von dieser materiellen Anhaftung. Ein wahrer Kenner der Veden versteht, dass das Ziel nicht die materielle Erhöhung ist, sondern die Befreiung vom Kreislauf von Geburt und Tod.