Supreme Person - 15 - 02¶
Der Shloka¶
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अधश्चोर्ध्वं प्रसृतास्तस्य शाखा
गुणप्रवृद्धा विषयप्रवालाः ।
अधश्च मूलान्यनुसन्ततानि
कर्मानुबन्धीनि मनुष्यलोके ॥
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Adhaschchordhwam prasrutastasja schachah gunaprawriddhah wischajaprawaläh.
Adhaschtscha mulanujanusanthatani karmanubandhini manuschaloke.
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Bedeutung / Zusammenfassung¶
Dieser Vers ist hochgradig symbolisch und beschreibt die illusorische, aber hartnäckige Natur der materiellen Existenz (Samsara). Der umgedrehte Baum verdeutlicht, dass, obwohl sein Ursprung göttlich (Wurzeln nach oben) ist, seine Manifestationen (Äste, Blätter) in der materiellen Welt liegen. Die Gunas treiben sein Wachstum an, und die Sinnesobjekte dienen als seine Nahrung, die die Lebewesen ständig fesselt. Entscheidend ist, dass der Vers hervorhebt, dass menschliche Handlungen (Karma) die tieferen Wurzeln sind, die Individuen im menschlichen Reich an diesen Kreislauf binden. Dies unterstreicht die Bedeutung des Verständnisses und der Überwindung des Karmas, um Befreiung (Moksha) zu erlangen und den Baum der Illusion zu durchtrennen.
Unten und oben breiten sich seine Äste aus, genährt durch die Gunas, deren Triebe die Sinnesobjekte sind. Und unten sind seine Wurzeln weit verbreitet, die an die Handlungen (Karma) in der Menschenwelt gebunden sind.
Der Shloka stellt die materielle Welt als einen umgedrehten Baum dar, dessen Äste sich in alle Richtungen ausbreiten und von den Eigenschaften der Natur (Gunas) sowie den Sinnesobjekten genährt werden. Seine tiefen Wurzeln in der Menschenwelt sind an die karmischen Handlungen gebunden.
Dieser Shloka beschreibt den Ashvattha-Baum, der die materielle Existenz (Samsara) als einen umgedrehten Baum darstellt. Seine Hauptwurzeln sind nach oben gerichtet, was seinen Ursprung im Brahman oder dem höchsten Wesen symbolisiert. Seine Äste jedoch erstrecken sich nach unten und oben und reichen in verschiedene Daseinsformen und Lebensbereiche hinein. Diese Äste werden von den drei Gunas (Sattva, Rajas, Tamas - den Eigenschaften der materiellen Natur) genährt, die alle Handlungen, Erfahrungen und Manifestationen antreiben. Die ‘Triebe’ oder ‘Blätter’ dieses Baumes sind die Sinnesobjekte (wie Sehen, Hören, Riechen, Schmecken, Tasten), die Lebewesen anziehen und sie an diesen Kreislauf binden. Die sekundären Wurzeln, die sich nach unten in die Erde - hier symbolisch für die Menschenwelt - ausbreiten, repräsentieren die karmischen Handlungen und die daraus resultierenden Anhaftungen. Diese Wurzeln verankern das Individuum fest im Kreislauf von Geburt, Tod und Wiedergeburt, basierend auf seinen Taten. Die Beschreibung als umgedrehter Baum betont, dass die Quelle dieser Existenz transzendent ist, während ihre Erscheinungsformen in der materiellen Welt manifestiert sind.
Satz - 1¶
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अधश्चोर्ध्वं प्रसृतास्तस्य शाखा गुणप्रवृद्धा विषयप्रवालाः ।
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Bedeutung¶
Unten und oben breiten sich seine Äste aus, genährt durch die Gunas, deren Triebe die Sinnesobjekte sind.
Meaning of Words¶
अधः | adhas | |
Bedeutet die Richtung nach unten, zur Erde hin oder in eine tiefere Ebene. Im Kontext des ‘Weltenbaumes’ (Samsara) symbolisiert es die Ausdehnung in die materiellen Welten und niederen Daseinsformen. | ||
च | tscha | und |
ऊर्ध्वम् | urdhwam | |
Bedeutet die Richtung nach oben, zum Himmel hin oder in eine höhere Ebene. Hier symbolisiert es die Ausdehnung des Baumes in höhere Daseinsformen und himmlische Welten. | ||
प्रसृताः | prasrutah | |
ausgebreitet, weit verzweigt | ||
तस्य | tasja | |
dessen, seine | ||
शाखाः | schachah | |
Äste, Zweige | ||
गुणप्रवृद्धाः | gunaprawriddhah | |
durch die Gunas genährt/gestärkt | ||
विषयप्रवालाः | wischajaprawaläh | |
deren Triebe die Sinnesobjekte sind (wörtlich: Sinnesobjekte als Korallentriebe) | ||
Satz - 2¶
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अधश्च मूलान्यनुसन्ततानि कर्मानुबन्धीनि मनुष्यलोके ॥
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Bedeutung¶
Und unten sind seine Wurzeln weit verbreitet, die an die Handlungen (Karma) in der Menschenwelt gebunden sind.
Meaning of Words¶
मूलानि | mulani | |
Die Teile eines Baumes, die im Boden verankert sind und Nährstoffe aufnehmen. Im metaphorischen Sinne stehen diese ‘sekundären’ Wurzeln hier für die Ursachen oder die tieferen Grundlagen der Bindung an die materielle Existenz, nämlich die Handlungen (Karma). | ||
अनुसन्ततानि | anusantatani | |
sich erstreckend, ausgebreitet | ||
कर्मानुबन्धीनि | karmanubandhini | |
die an die Handlungen (Karma) gebunden sind | ||
मनुष्यलोके | manuschaloke | |
in der Welt der Menschen | ||